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Vandalen ArtikelDieser Artikel beschäftigt sich mit den Vandalen, andere Bedeutungen unter Vandalen (Begriffsklärung).
Die Vandalen oder auch Wandalen, Vandili, Vanduli, Vandali waren ein ostgermanischer Stamm.
Buch-Tipp: Das Geheimnis der Hebamme. Spannend und fesselnd ! . . . als Fan historischer Romane muss ich sagen " spitze " ! Das Buch ist spannend von Anfang bis zu dem Ende . Man mag das Buch kaum aus der Hand legen. |
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Über ihre dem Gotischen nahverwandte Sprache ist wenig bekannt. Nach Plinius der Ältere (nat. 4,99) und Tacitus (Germ. 2,4) siedelten die Vandalen in den ersten Jahrhunderten nach Christus in dem Gebiet des späteren östlichen Deutschland und in dem Gebiet des späteren Polen.
Eine Zugehörigkeit zu dem Kultverband der Lugier ist möglich. In dem 2. Jahrhundert sind unterschiedliche Teilstämme der Vandalen nachweisbar: Die Silingen in Schlesien und die Asdingen bzw. Hasdingen in Ungarn bzw. Rumänien, von wo sie unter Marcus Aurelius während der Markomannenkriege in das römische Reich eindrangen. Unter Konstantin ist um 355 eine Ansiedlung der Asdingen in Pannonien bezeugt.
Buch-Tipp: Die Herren des Nordens Heil den tapferen Toten in Odins Reich. . . Alle 3 Romane um Uthred sind sehr gut gelungen und spannend zu lesen. Alle haben eine unglaublich dichte Atmosphäre. Das einzige was mich etwas stört ist, das Uthred noch so jung ist. Ein paar Jährchen mehr würden in besser zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz liebe ich diese Bücher und freue mich... |
Vandalen und Völkerwanderung | |
Die Vandalen waren eine Völkergruppe, deren Ethnogenese nicht restlos geklärt ist. In dem Gegensatz zur älteren Forschung wird heute versucht, die Prozesse, die zur Bildung ethnischer Identitäten führten, zu verstehen und nicht von wandernden, fertig ausgebildeten Völkern ausgegangen. Von Tacitus, Plinius und Ptolemaios werden die Vandilier in dem Weichselgebiet als Völkergruppe erwähnt, aber verschieden definiert. Wie bei den Gutonen-Goten greifen wir zwar eine Namenskontinuität, können aber keine Aussagen über die ethnischen Prozesse hinter diesen Namen machen.
Um 400 n. Chr. kann man nördlich der unteren und mittleren Donau große Wanderungen und Umwälzungen feststellen, wahrscheinlich ausgelöst durch das Eindringen der Hunnen. Die Alanen, ein skythisch-sarmatischer Stammesverband, die Sueben und eben die Vandalen zogen gemeinsam Richtung Gallien.
Die römische Politik versuchte seit dem 1.Jh. n. Chr. durch Föderatenverträge, die Anwerbung von Soldaten und den Handel mit Gewerbe- und Luxusgütern auf zumeist friedlichem Weg eine Hegemonie auch außerhalb der Reichsgrenze zu erreichen. Das Imperium Romanum war ein wirtschaftlich und politisch stabiler Raum mit einer enormen Sogwirkung auf barbarische Gesellschaften. Langsam entstanden spezialisierte Krieger, soziale Unterschiede und innere Konflikte, Stämme zerfielen und neue Einheiten, wie eben die historisch (also in Texten erwähnten) greifbaren Völker der Vandalen und Sueben, bildeten sich. Nicht Flucht vor Hunger und Kälte (häufige Idee spätantiker Literatur) war der Grund für die Aufgabe alter und den Aufbau neuer Identitäten, sondern der Aufbruch zu neuen Möglichkeiten in der mittelmeerischen Städtelandschaft.
Buch-Tipp: Die Kathedrale des Meeres Faszinierende Geschichte vor der Kulisse Barcelonas! Ein wunderbar geschriebener Roman, der mich durch die verschiedenen Schicksale sehr berührt hat. Gleich zu Anfang, der mir von der ganzen Geschichte auch am besten gefallen hat, konnte mich die Geschichte fesseln und begeistern. Die traurigen Ereignisse, wie die von Bernat und seiner Frau Francesca,... |
Eindringen in das römische Reich | |
In der Silvesternacht 406 überschritt ein vandalischer Verband, gemeinsam mit einer großen Gruppe von Alanen und Sueben den Rhein und fiel in die römische Provinz Gallien ein. In dem Mächtespiel des Imperiums konnte eine Gruppe von Kriegern, wenn sie ca. stark genug war, schnell auf höchster Ebene mitspielen. Die Geschichte des 5. Jh. ist eine Folge von Machtkämpfen und jedesmal wurden barbarische Truppen gegeneinander aufgeboten. Die unabhängig operierenden Gruppen der Goten unter Alarich I. in Italien und der Vandalen, Alanen und Sueben stellten nun einen eigenen Machtfaktor in dem Spiel um die Macht in dem Reich dar. Als wütende Plünderer wurden sie erst in dem späteren Mittelalter stilisiert.
408 zog der alanisch-vandalisch-suebische Verband weiter nach Spanien und begründete dort verschiedene kurzlebige Staatswesen. Ein suebisches Königreich in Galicien hatte bis in das späte 6. Jh. Bestand. Der Landschaftsname Andalusien (Vandalusien) weist vermutlich ebenfalls auf die Vandalen. Nach einem römischen Feldzug, in dessen Verlauf auch westgotische Heere eingesetzt worden waren, brachen diese politischen Gebilde in Spanien zusammen, und die verschiedenen vandalischen Gruppen vereinigten sich mit den Alanen, um gemeinsam in dem Mai 429 nach Afrika überzusetzen.
Buch-Tipp: Die Spur der Hebamme. Langes Lesen ist Pflicht Hat mir einfach ca. gut gefallen. Sehr schön am Ende komprimierte Hintergrundinformationen über Zeit und Personen. In dem Vergleich zu dem ersten Teil hat Frau Ebert hier nicht nachgelassen. In der letzten Hälfte habe ich sogar bis 2 Uhr Nachts das Buch nicht aus der Hand legen können. Die Brutalität war mir zu dem Teil etwas... |
Das vandalische Königreich in Afrika und die Erringung der Seeherrschaft in dem westlichen Mittelmeer | |
Der alte König Geiserich führte die Vandalen (ca. 15-20, Tausend Krieger und ihre Familien) nach Afrika. Angeblich hatte der römische General Bonifatius die Vandalen "eingeladen", um sich so in dem Streit gegen das Kaiserhaus zu behaupten. Wahrscheinlich waren die Vandalen jedoch ca. auf die Reichtümer der römischen Provinz Africa aus, dem Herzstück des westlichen Restreiches, welches Italien mit Getreide versorgte. Die Vandalen marschierten durch das heutige Marokko und Algerien und belagerten bzw. plünderten mehrere Städte. Bonifatius, der sich mit dem Kaiserhaus arrangiert hatte, bekämpfte sie, wurde aber aufgrund von Problemen in Italien abberufen, um gegen Aetius zu kämpfen.
Nach erfolgreicher Eroberung schloss die Reichsregierung 435 einen Vertrag mit den Eroberern, der diesen Gebiete in Mauretanien und Numidien zugestand. 439 wurde aber unter Bruch des Vertrags Karthago erobert, die größte Stadt des Westens nach Rom. Die Vandalen und Alanen errichteten ein Königreich in den reichen afrikanischen Provinzen Byzacena und Proconsularis (etwa Gebiet des heutigen Tunesien). Durch die folgenden Eroberungen von Sardinien, Korsika und den Balearen erreichte das vandalisch-alanische Reich die Hegemonie in dem westlichen Mittelmeer.
455 plünderten die Vandalen und Alanen unter ihrem König Geiserich Rom (unter anderem darum Vandalismus als Nennung für verwüstendes Zerstören, obwohl die Vandalen nicht willkürlich, sondern sehr gezielt plünderten). Das war aber kein Piratenzug, sondern ein Eingreifen in die höchste Ebene der Reichspolitik. Der Kaiser Valentinian III. hatte seine Tochter Eudokia als Braut für den vandalisch-alanischen Thronfolger Hunerich versprochen, und um diese vorteilhafte dynastische Verbindung zu sichern, wurde die Hauptstadt angegriffen.
Das vandalische Königreich wurde 468 Absicht einer großangelegten Militäroperation des Westreiches und des Oströmischen Reiches, die jedoch grandios scheiterte, auch aufgrund der Taktik des Magister militum des Westens, Rikimer , dem nicht an einer Intervention des Ostreiches in dem Westen gelegen war. 474 wurden den Vandalen der Besitz der Inseln garantiert, doch waren diese damals nicht mehr in der Lage, diese Regionen effektiv zu kontrollieren. Auch in dem Inneren bröckelte das Reich, da die Vandalen Arianer waren, die Mehrheit der Bevölkerung jedoch katholisch blieb; es kam zu mehreren Verfolgungen.
533/34 zerstörten byzantinische Truppen unter Belisar (Feldherr des Kaisers Justinian I.) das Königreich. In den Quellen gibt es von da an keine Vandalen mehr. Die Reste der Bevölkerung wurden größten Teils nach Osten deportiert, während mehrere Vandalen in der oströmischen Armee dienten.
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Geschichte der Vandalen in dem Überblick |
- um 375: die vor den Hunnen fliehenden Goten drängten die Vandalen nach Westen
- 406 setzen die Vandalen mit den nicht-germanischen Alanen und den Sueben über den Rhein und plündern Gallien.
- 409 Einfall in Spanien; der Name W-Andalusien erinnert noch heute an die Herrschaft der Vandalen
- 429 dringen die hasdingischen Vandalen zusammen mit Silingen und Alanen unter König Geiserich von Südspanien aus nach Nordafrika vor und erobern die dortigen römischen Provinzen. Von 430 bis 439 ist Hippo Regius die vandalische Hauptstadt. Während der vandalischen Belagerung von Hippo Regius stirbt in der Stadt deren Bischof Augustinus von Hippo.
- 439 erobern die Vandalen die reiche Provinz Africa Proconsularis, das heutige nördliche Tunesien und machen Karthago zur Hauptstadt des Vandalenreiches.
- 455 Besetzung und Plünderung Roms. Die Balearen, Korsika, Sardinien und Sizilien kommen zu dem Vandalenreich.
- ebenfalls 455 Konfiszierung katholischer liturgischer Gegenstände, und Kirchenschließungen.
- 474 erkennt der oströmische Kaiser Zeno die Herrschaft der Vandalen in Nordafrika an.
- 477 Geiserich stirbt und sein Sohn Hunerich wird König.
- 483- 484 Große Katholikenverfolgungen unter Hunerich.
- 24. Februar 484: ein Dekret verlangt den Übertritt aller Katholiken zu dem Arianismus bis zu dem 1. Juni.
- 484 Gunthamund wird König.
- 496 König Gunthamund wird durch Thrasamund abgelöst
- 523 König Hilderich erlaubt den Katholizismus
- 530 Gelimer wird König
- 534 endet die Herrschaft der Vandalen in Nordafrika mit der Eroberung des Gebiets durch den Byzantinischen Kaiser Justinian I.. König Gelimer geht in das Exil.
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Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur | |
Den Asdingen standen anfangs zwei, später ca. noch ein aus adligem Geschlecht stammende Könige vor. Sie waren mit den Sueben verschwägert.
Die Vandalen wurden um 350 zu arianischen Christen. Über Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der Vandalen vor dem Beginn der großen Wanderung ist ca. sehr wenig bekannt. Die in dem heutigen Polen liegende Przework-Kultur wird meist mit den Vandalen in Verbindung gebracht. Diese Zuweisung ist jedoch sehr unsicher. In Gallien und Spanien lassen sich keine archäologischen Funde mit den Vandalen in Verbindung bringen. In Nordafrika ersetzen die Vandalen die Elite des römischen Afrika und profitieren von dem Reichtum dieser Provinz. Die Vandalen scheinen in Afrika einen in jeder Hinsicht römischen Lebenstil gepflegt zu haben, was sich aus der Kunst und Architektur dieser Zeit, aber auch aus den Schriftquellen erschließen lässt.
Im Wesentlichen integrieren sich die vandalischen Herren in die ökonomischen Strukturen der spätantiken Mittelmeerwelt. Die vandalische Münzprägung ist Gegenstand von Diskussionen.
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- Godigisel (?-406, König)
- Gunderich (?-428, König 406-428)
- Geiserich (ca. 389-477, König 428-477)
- Hunerich (?-484, König 477-484)
- Eudocia --- Hilderich (?-533, König 523-530)
- Theoderich (?- ungefähr 480)
- Gento (gest. vor 477)
- Godagis (gest. vor 484)
- Gunthamund (?-496, König 484-496)
- Thrasamund (?-523, König 496-523)
- Gelaris
- Gelimer (?-553, König 530-534)
- Tzazo (?-533)
- Ammata (?-533)
== Literatur ==* L’Afrique vandale et byzantine, 2e partie, Antiquité Tardive 11, 2003.
- L’Afrique vandale et byzantine, Antiquité Tardive 10, 2002. Die beiden Bände der Ant. Tard. mit archäologischen, historischen und numismatischen Beiträgen von: Javier Arce, Aicha BenAbed, Fatih Bejaoui, Frank M. Clover, Noel Duval, Cécile Morrisson, Jörg Kleemann, Yves Moderan, Philipp von Rummel u.a.; Der Stand der Forschung zu dem afrikanischen Vandalenreich!
- F. Clover: The Late Roman West and the Vandals (Aufsatzsammlung, Aldershot 1993).
- P. Courcelle: Histoire littéraire des grandes invasions germaniques (Paris 1964).
- C. Courtois: Les Vandales et l'Afrique (Paris 1955). Nach wie vor das unübertroffene monographische Standardwerk. Yves Moderan, Caen, arbeitet an einer neuen Gesamtdarstellung.
- H.-J. Diesner: Das Vandalenreich. Aufstieg und Untergang (Stuttgart 1966).
- H.-J. Diesner: Vandalen (Paulys Realencyclopädie der Class. Altertumswissenschaft/RE Suppl. X, 1965) 957-992.
- Y. Moderan: Les Maures et l'Afrique romaine. 4e.-7e. siècle (Bibliothèque des Écoles françaises d'Athènes et de Rome, Rom 2003).
- W. Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration (Stuttgart/Berlin/Köln 2002). Das Vandalenkapitel auf S. 70-86.
- L. Schmidt: Geschichte der Wandalen (2. Auflage, München 1901/1942).
- R. Steinacher: Vandalen - Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte (Der Neue Pauly 15/3, 2004) 942-946.
- R. Steinacher: Wenden, Slawen, Vandalen. Eine frühmittelalterliche pseudologische Gleichsetzung und ihr Nachleben bis in das 18. Jahrhundert, in: ed. W. Pohl, Auf der Suche nach den Ursprüngen. Von der Bedeutung des frühen Mittelalters (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 9, Wien 2004) in dem Druck.
Aktuelles Projekt "Historische Ethnographie der Vandalen" am Inst. für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, mit aktuell gehaltener Literaturliste: http://www.oeaw.ac.at/gema/fm_details_vandalen.htm
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